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8 5. Elmshorner Computertage

5. Elmshorner Computertage

Wenn ein Computerclub sein zehnjähriges Jubiläum feiert, dann richtig: Der Computer Club Elmshorn hat anläßlich seiner traditionellen Computertage am 29. und 30. Oktober 1994 ein Atari Happening veranstaltet, das zur größten diesjährigen Atari-Leistungsschau in Norddeutschland wurde. So fanden sich dann auch zahlreiche Atari-Anbieter und Anwender aus ganz ganz Deutschland in der Gesamtschule dieser mittelgroßen Schleswig-Holsteinischen Stadt im Nordwesten Hamburgs ein. Die systemübergreifenden Computertage erhielten dadurch einen deutlichen Atari-Schwerpunkt. Auffallend war die gute Organisation der Veranstaltung. Zwar werden die Computertage alle zwei Jahre veranstaltet, doch sprengt die Zahl von 60 Firmen auf 1200 qm Ausstellungsfläche den üblichen Rahmen einer in der Freizeit organisierten Veranstaltung, an der normalerweise lediglich die Clubmitglieder zeigen, wofür sie ihre Computer-Systeme einsetzen. Zur großen Resonanz hat sicherlich die engagierte Öffentlichkeitsarbeit beigetragen. So erhielten die Abonnenten einer Atari-Zeitschrift ein professionell gestaltetes ECT-Programmheft als Beilage frei Haus, lokale und überregionale Medien wurden informiert. So mußte ich mir nicht nur zwischen Computerfreaks und interessierten Laien, sondern auch zwischen Kameramann und Tontechniker des Norddeutschen Rundfunks den Weg bahnen, als ich auf der Suche nach Neuheiten die Messe besuchte.


Nun aber zu dem Gebotenen:


Eagle-Premiere bei Betz Computer

Eigentlich sollte der TT-Clone Eagle bereits vor den Elmshorner Computertagen als Serienmodell erhältlich sein. Daß zumindestens ein Prototyp auf dem Stand von Betz Computer zu sehen war, lag an einem Versprechen, das Peter Konrady von GE-Soft dem Hamburger Fachhändler Sven Betz gemacht hat. So stand er dann auch relativ unauffällig da und funktionierte wie ein ganz normaler TT - nur schneller: Der Eagle konnte in seiner vorläufigen Variante mit 68030-Prozessor (32MHz) ausprobiert werden. DTPler und OCR- Anwender kamen bei Vergleichsmessungen bereits auf rund doppeltes TT- Tempo, was sich mit dem gegenüber dem TT doppelt so schnellen Bussystem erklären läßt. Der vorgeführte Rechner war einer von zwei Prototypen. Konrady kündigte zur proTOS '94 die Lieferung der Seriengeräte an. Pläne für die Eagle- Zukunft sind ein PCI-Bus, ein großer Eagle mit 68060-Prozessor (64 MHz), eine DSP-Karte (hochwertiger als der DSP im Falcon) und ein ST-Clone. Letzterer wird nach Auskunft von Peter Konrady im Towergehäuse einen 16- MHz-68000 und eine ST-kompatible Grafikkarte enthalten und kann bis zu 16 MB RAM adressieren. Die Aufrüstung des ST-Eagle zum TT-Eagle soll problemlos möglich sein. Systempreis: 998,- DM (mit 1MB RAM und ohne VME- Bus) Lieferbarkeit: circa Mai 1995



Janus-Steckkarte bei vhf

Auf dem Stand von vhf wurde die ATARI-kompatible "Janus"-Steckkarte für DOS-PC vorgeführt. In den Benchmarks liegt die Kombination aus 486er und Janus deutlich vor einem TT. Zwei Fragen mußte der Vorführer in schöner Regelmäßigkeit beantworten:



Jaguar

Bei Pagedown und dem Elmshorner Versandhändler Hinsch & Partner konnte der Jaguar endlich ausprobiert werden: Die Raubkatze zeigte ihre Krallen.
Die schnelle Grafik von Alien vs. Predator war tatsächlich sehr beeindruckend. Es stellt sich jedoch die Frage: Wann gibt es ähnlich leistungsfähige Grafikprozessoren wie im Jaguar endlich in einem TOS- Computer?



Cameron-Flachbettscanner, Fargo Primera und Grafiktabletts bei Crazy Bits

Bei Crazy Bits konnten der noch recht neuen Cameron-Farbflachbettscanner für den ROM-Port und der Fargo Primera Farbsublimationsdrucker in Augenschein genommen werden. Außerdem luden Grafiktabletts dazu ein, im Malprogramm Pixart mit einem druckempfindlichen Zeichenstift kreativ zu werden. Der Cameron scannt in einer Geschwindigkeit, die der meines Microtek-SCSI- Flachbettscanners nicht nachsteht. Ich konnte mich davon überzeugen, daß Hard- und Software am TT liefen. Allerdings hat die Software nach Aussagen des Vorführers immer noch einige Macken, an deren Fehlerbeseitigung aber kontinuierlich gearbeitet wird. Der Fargo Primera mit Treiber für Calamus SL druckt tatsächlich in einer verblüffenden fotorealistischen Qualität. Eine Druckseite im Sublimationsverfahren kostet allerdings auch 6,80 DM. Im einfacheren Thermotransferdruck läßt natürlich die Qualität deutlich nach, ist aber durchaus mit der eines Deskjet 550C zu vergleichen. Weiter baut Crazy Bits die Angebotspalette an Grafiktabletts, die unter anderem von dem eigenen Malprogramm Pixart unterstützt werden, aus.



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Volker Ricke


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