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24 Eagle

EagleTT noch bei der Landung

Mehrfach mußte der Erscheinungstermin des von der Firma GE-Soft entwickelten TT-Kompatiblen "Eagle" verschoben werden. Der modular aufgebaute und somit leicht zu erweiternde TOS-Rechner muß noch einige Kinderkrankheiten auskurieren, bevor er in den Verkauf gelangt. Auf der proTOS-Messe im November 1994 lief der Eagle-Prototyp zwar schon sehr stabil, doch erwiesen sich die Äußerungen von GE-Soft, die Seriengeräte würden innerhalb von zwei Wochen ausgeliefert, als etwas zu optimistisch. Was ist denn überhaupt der Eagle?Der Eagle TT ist ein TOS-Computer der Troisdorfer Firma GE-Soft, der zum nicht mehr gebauten ATARI-Flaggschiff TT weitgehend kompatibel ist. Zunächst wird eine vorläufige Eagle-Version mit einem 32-MHz-68030-Prozessor von Motorola ausgeliefert, die etwa 1,4 mal so schnell wie der TT ist. Im Preis enthalten ist jedoch im Austausch die 68040-Prozessorkarte mit 64 MHz, die etwa im März fertiggestellt sein soll und mit der der Eagle nach Angaben von GE-Soft etwa vierfache TT-Geschwindigkeit erreicht. Vorteil des Rechners sind seine modulare Bauweise und sein flexibles Bussystem. So läßt er sich durch Austausch seiner Prozessorkarte weiter erweitern (theoretisch läßt sich so jeder Prozessor im Eagle betreiben), während das Bussystem in der Lage ist, auch schnelle Systeme wie etwa den in der INTEL-Welt zum Standard werdenden PCI-Bus (zum Beispiel für schnelle Grafikkarten) zu emulieren.

Mit welchem Betriebssystem läuft der Eagle?Der Eagle wird mit dem unveränderten TOS 3.06 ausgeliefert, mit dem auch die letzten ATARI TT ausgestattet waren. Wie kompatibel ist der Eagle wirklich?Trotz hoher Kompatibilität ergeben sich gegenüber dem TT folgende Abweichungen:

a) Entgegen der bisherigen Planung wird der Eagle mit keiner TT-kompatiblen Video-Hardware ausgerüstet. Er ist auf eine Grafikkarte angewiesen. Die niedrigen ST-Auflösungen (320x200 und 640x200) sind somit nicht darstellbar. Auch der Großbildschirm ATARI TTM 194 läßt sich nicht direkt am Eagle anschließen. GE-Soft denkt jedoch über ein Interface nach.
b) Vermutlich wird der Eagle nicht alle seriellen Schnittstellen des TT haben.
c) Der ROM-Port ist serienmäßig nur intern ausgeführt.

DMA (ACSI) und SCSI sind jedoch voll kompatibel zum TT. Festplatten, Scanner oder Belichter-Interfaces lassen sich somit wie gewohnt betreiben. Für die Software gilt, daß die Programme, die auf einem TT mit Grafikkarte laufen, auch auf dem Eagle keine Probleme bereiten. Was kostet der Eagle?Da GE-Soft es den Händlern überläßt, den Eagle individuell zu konfigurieren, hängt der Preis natürlich von der gewünschten Ausstattung ab. Das Eagle-Board inklusive einer einfachen True-Color-Grafikkarte mit 1 MB Video-RAM, die mit dem optionalen NVDI ET4000 betrieben werden kann, kostet 3498,- DM (ohne Grafikkarte 3298,- DM). Für knapp 4000,- DM erhält der Käufer einen Eagle im Towergehäuse mit HD-Diskettenlaufwerk, 4 MB ST-RAM und der oben erwähnten Grafikkarte. Praxiserfahrungen?Inzwischen wurden die ersten Eagle-Boards mit der vorläufig eingebauten 32MHz-68030-Prozessorkarte an die Fachhändler geliefert. Die ersten fertig konfigurierten Eagle können im Februar ausgeliefert werden, nachdem aufgetretene Probleme mit dem DMA-Chip gelöst wurden. Über unsere Praxiserfahrungen mit einem Serien-Eagle werden wir vermutlich in der nächsten ATOS berichten können - wenn nichts dazwischenkommt...

Volker Ricke

GE-Soft Computersysteme
Landgrafenstr. 37-39
53842 Troisdorf
Tel.: 02241/406492
Fax: 02241/406589


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